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von-Tschammer-Pokal
1943

  1.Runde:      
22.08.43 Holstein Kiel Eintracht Braunschweig 5:4
22.08.43 TSG Rostock Hertha BSC Berlin 1:7
22.08.43 Viktoria Elbing Luftwaffen SV Pütnitz 0:7
22.08.43 FK Niederkorn Sportfreunde Katernberg 0:3
22.08.43 FV Saarbrücken Kriegs SG Mülheimer SV/VfR Köln 8:0
22.08.43 FC 93 Mülhausen VfR Mannheim 1:4
22.08.43 Dresdner SC Borussia Fulda 13:1
22.08.43 1.FC Schweinfurt 05 1.FC Nürnberg 2:4
22.08.43 NSTG Brüx Vienna Wien 0:14
22.08.43 Zel Praga Warschau Militär SV Brünn 1:3
22.08.43 SpVgg. Breslau 02 TuS Lipine 5:3
22.08.43 DWM Posen VfB Königsberg 0:4
22.08.43 BC Augsburg Bayern München 3:0
22.08.43 Luftwaffen SV Hamburg SpVgg. Wilhelmshaven 1:0
22.08.43 SpVgg. Erfurt FC Schalke 04 0:4
22.08.43 Stuttgarter Kickers Kickers Offenbach 3:5
  Achtelfinale:      
12.09.43 FC Schalke 04 Sportfreunde Katernberg 4:2
12.09.43 VfB Königsberg Dresdner SC 0:5
12.09.43 Vienna Wien SpVgg. Breslau 02 6:5
12.09.43 Hertha BSC Berlin Holstein Kiel 0:3
12.09.43 Kickers Offenbach FV Saarbrücken 1:2
12.09.43 Luftwaffen SV Pütnitz Luftwaffen SV Hamburg 2:3
12.09.43 Militär SV Brünn 1.FC Nürnberg 1:5
26.09.43 VfR Mannheim BC Augsburg 4:2
  Viertelfinale:      
03.10.43 Holstein Kiel Luftwaffen SV Hamburg 2:4
03.10.43 FV Saarbrücken FC Schalke 04 1:2 n.V.
03.10.43 1.FC Nürnberg Vienna Wien 2:3
03.10.43 Dresdner SC VfR Mannheim 5:3
  Halbfinale:      
17.10.43 Vienna Wien FC Schalke 04 6:2
17.10.43 Luftwaffen SV Hamburg Dresdner SC 2:1

Endspiel

31. Oktober1943 in der Adolf-Hitler-Kampfbahn, Stuttgart  
3:2
n.V.
Vienna Wien Luftwaffen SV Hamburg  
Hans Schwarzer - Otto Kaller, Karl Bortoli - Gottfried Gröbel, Ernst Sabeditsch, Richard Dörfel - Franz Holeschefski, Karl Decker, Richard Fischer, Rudolf Noack, Franz Widhalm
Trainer: Fritz Gschweidl
Willy Jürissen - Karl Miller, Reinhold Münzenberg - Walter Ochs, Heinrich Gärtner, Robert Gebhardt - Heinz Mühle, Ludwig Janda, Willi Gornick, Reinhard Heinrich, Jakob Lotz
Trainer: Karl Höger
 
1:1 Decker (49.,Handelfmeter)
2:1 R.Noack (53.)
3:2 R.Noack (113.)
0:1 Heinrich (26.)
2:2 Gornick (70.)
 
Zuschauer: 45.000 Schiedsrichter: Emil Schmetzer (Mannheim)  


Spielbericht:

Zum ersten Mal seit fünf Jahren wurde das Endspiel um den Tschammerpokal nicht in Berlin ausgetragen. Wegen der andauernden Luftangriffe auf die Reichshauptstadt hatte das Fußballfachamt das neunte Pokalendspiel in die Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn verlegt. Auch dort traf die Begegnung zwischen Vienna Wien und dem Luftwaffen-Sportverein Hamburg mit 45.000 Zuschauern auf eine große Resonanz. In der zurückliegenden deutschen Meisterschaft hatten die Wiener Platz vier belegt, während sich der erst im Dezember 1942 gegründete Luftwaffen-Sportverein noch nicht an den Meisterschaftsspielen beteiligt hatte. In der Hamburger Elf, trainiert vom ehemaligen Schalke Meister-Trainer Otto Faist, standen zahlreiche zum Kriegsdienst eingezogene Nationalspieler, sodass sie in der Fachwelt als Favorit galt. Die Wiener konnte jedoch darauf verweisen, dass sie im laufenden Pokalwettbewerb mit Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg bereits zwei Favoriten eliminiert hatten. Sie hofften auf Nationalspieler Karl Decker, der zuletzt in hervorragender Form gespielt hatte.

Hamburgs Taktik bestand zunächst darin, durch ein schnelles Tor den Gegner zu verunsichern und gingen daher offensiv in die Begegnung. Ihr Rezept ging bereits nach 26. Minuten auf, als Reinhardt Heinrich, ehemals Blau-Weiß Berlin, den LSV in Führung schoss. Mit ihrem drangvollen Spiel blieben die Hamburger auch bis zur Halbzeitpause die dominierende Mannschaft. Sie erspielten sich weitere gute Tormöglichkeiten, konnten ihre Überlegenheit aber nicht in weitere Treffer ummünzen.

Ein vom Wiener Karl Decker in der 49. Minute verwandelter umstrittener Handelfmeter gab dem Spiel die Wende. Obwohl der LSV mit seinem Offensivspiel auch nach der Halbzeitpause tonangebend war, musste er bereits vier Minuten nach dem Ausgleich den 1:2-Rückstand hinnehmen. Wiens halblinker Stürmer Rudi Noack konnte aus einem Gewühl vor dem Hamburger Tor heraus Nationaltorwart Willi Jürissen überwinden. Der Luftwaffen-Sportverein ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und war auch in der Folgezeit die spielbestimmende Mannschaft. Zwanzig Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zahlte sich der Hamburger Offensivgeist aus, als Mittelstürmer Willi Gornick den erneuten Ausgleich erzielte. Kurz darauf hätte der LSV auch wieder in Führung gehen können, doch Schiedsrichter Schmetzer erkannte einen Hamburger Treffer wegen Handspiels nicht an.

Da in der folgenden Viertelstunde keine Mannschaft mehr ein Tor erzielen konnte, ging die Partie in die Verlängerung. Nun war es die Vienna, die das Spiel bestimmte und jetzt ihrerseits auf volle Offensive drängte. In der 113. Spielminute fiel die endgültige Entscheidung. Der gebürtige Hamburger in den Wiener Reihen Rudi Noack konnte einen vom LSV-Verteidiger Karl Miller abgefälschten Ball aufnehmen und zum 3:2-Siegtreffer verwerten.

 

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