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Mitropapokal 1934

vom 12. Juni bis 9. September 1934

Achtelfinale      
Sparta Prag Hungaria MTK Budapest 1:2, 5:4
Austria Wien Ujpest Budapest 1:2, 1:2
Ferencvaros Budapest Florisdorfer AC 8:0, 2:1
Juventus Turin Teplitzer FK 4:2, 1:0
SK Kladno Ambrosiana-Inter Mailand 1:1, 3:2
AGC Bologna Debreceni Bocskai 2:0, 1:2
Admira Wien AC Neapel 0:0, 2:2
Slavia Prag Rapid Wien 1:3, 1:1
Hungaria MTK Budapest Sparta Prag 2:1, 1:2
Wiederholungsspiele      
Sparta Prag Hungaria MTK Budapest 5:21, 1:1 n.V.²
Admira Wien AC Neapel 5:0
Viertelfinale      
Ferencvaros Budapest SK Kladno 6:0, 1:4
Ujpest Budapest Juventus Turin 1:3. 1:1
AGC Bologna Rapid Wien 6:1, 1:4
Admira Wien Sparta Prag  
Halbfinale      
Ferencvaros Budapest AGC Bologna 1:1, 1:5
Admira Wien Juventus Turin 3:1, 1:2

1 Alle drei Begegnungen wurden vom Mitropa-Cup-Komitee annulliert, da die Ungarn gegen den Einsatz von Ferdinand Facsinek protestiert hatten, da dieser erst kurz zuvor von FC Zürich nach Prag gewechselt war, Sparta aber die Ablöse noch nicht komplett bezahlt hatte. So war Facsinek noch kein vollständiges Mitglied von Sparta und damit nicht spielberechtigt. Nach Begleichung des Restbetrages wurden die Spiele nochmals ausgetragen.

² Auch das sechste Spiel zwischen beiden Teams brachte auch nach Verlängerung keine Entscheidung. So einigten sich beide Vereine auf einen Losentscheid, in dem Sparta das Glück auf seiner Seite hatte, aber nach dem Mitropacup-Reglement bereits nach der dritten Partie hätte disqualifiziert werden müssen.

1. Endspiel

5. September 1934 Praterstadion, Wien  
Admira Wien

AGC Bologna

3:2
Peter Platzer - Robert Pavlicek, Anton Janda - Johann Urbanek, Karl Humenberger, Josef Mirschitzka - Ignaz Sigl, Wilhelm Hahnemann, Karl Stoiber, Anton Schall, Adolf Vogl
Trainer: Hans Skolaut
Mario Gianni - Eraldo Monzeglio, Felice Gasperi - Mario Montesanto, Aldo Donatoni, Giordano Corsi - Bruno Maini, Raffaele Sansone, Aldo Spivach, Francisco Fedullo, Carlo Reguzzoni
Trainer: Lajos Kovacs
 
1:2 Stoiber (56.)
2:2 Vogl (58.)
3:2 Schall (60.)
0:1 Spivach (7.)
0:2 Reguzzoni (25.)
 
Zuschauer: 50.000 Schiedsrichter: William Walden (England)  

Da die Italiener ungarische und tschechoslowakische Referees als befangen ablehnten, wurden beide Finals von englischen Unparteiischen geleitet. Obgleich Bologna ohne seinen Kapitän und Mittelstürmer Angelo Schiavio antreten mußte, fand es schneller zu seinem Spiel, während die Jedleseer zunächst immer wieder an der italienischen Abwehr scheiterten. Nach dem 0:2-Pausenrückstand blitzte die Wiener Fussballschule wieder auf, und den Gastgebern gelangen binnen fünf Minuten drei Tore, so daß das Publikum in Ekstase versetzt wurde. Doch mehr Gegentreffer ließ der ausgezeichnete italienische Torhüter Mario Gianni (Bologna) nicht zu.

2. Endspiel

9. September 1934 Stadio Littoriale, Bologna  
AGC Bologna

Admira Wien

5:1
Mario Gianni - Eraldo Monzeglio, Felice Gasperi - Mario Montesanto, Aldo Donatoni, Giordano Corsi - Bruno Maini, Raffaele Sansone, Angelo Schiavio, Francisco Fedullo, Carlo Reguzzoni
Trainer: Lajos Kovacs (Ungarn)
Peter Platzer - Robert Pavlicek, Anton Janda - Johann Urbanek, Karl Humenberger, Josef Mirschitzka - Leopold Vogl, Karl Durspekt, Karl Stoiber, Wilhelm Hahnemann, Adolf Vogl
Trainer: Hans Skolaut
 
1:0 Maini (21.)
2:1 Reguzzoni (33.)
3:1 Reguzzoni (40.)
4:1 Fedullo (44.)
5:1 Reguzzoni (88.)
1:1 Vogl (32.)  
Zuschauer: 25.000 Schiedsrichter: Arthur Jewell (England)

 

Vor heimischer Prominenz (Bürgermeister von Bologna, Mussolinis Söhne Bruno und Vittorio etc.) nahm die Begegnung einen unerwarteten Verlauf. In der 10. Minute hatte sich der österreichische Jungstar "Willi" Hahnemann bei einem Zusammenstoß mit Aldo Donati eine Kontusion des Beckens zugezogen, die ihn zunächst zum Statisten machte und dann zur Halbzeit zum Ausscheiden zwang. So zeigten die Wiener, die bereits auf ihren Torjäger "Toni" Schall und Kapitän Ignaz Sigl verzichten und 80 Minuten in Unterzahl spielen mußten, bei den hohen Temperaturen Ermüdungserscheinungen. Entscheidend aber war, daß sie vor dem Seitenwechsel innerhalb von 13 Minuten drei Gegentore hinnehmen mußten.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste erneut Pech, als sich ihr Mittelläufer Karl Hummenberger verletzte und nur noch als Statist auf dem rechten Flügel herumhumpeln konnte. Durch all diese Umstände kam Bologna zu einem unerwartet hohen Sieg und gewann als erster italienischer Club zum 2. Mal den Mitropa Cup. Es war jedoch unübersehbar, daß die Italiener antrittsschneller und auch allgemein schneller sowie kopfballstärker waren. Danach feierten beide Teams gemeinsam bis 4 Uhr morgens, bis die Abreise der "Admiraner" per Zug erfolgte.


Mitropapokal Gewinner 1934: AGC Bologna

 

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